R-OF_respect_00.jpg
OF-vollconcrete.jpg
of-rot_062015_6362-2.jpg
rs_HR-TV-web.jpg
KAT_4315.jpg

news


„Die ganz und gar andere Bildbeschreibung“ 30.03.2016 •  Thomas Hobein und Sabine Pallaske

Unter dem Titel „Die ganz und gar andere Bildbeschreibung“ beleuchten wir auch Aspekte des Bildschaffens, die beim Betrachten des Bildes zwar nicht sichtbar, aber entscheidend für die künstlerische und kommerzielle Verwendung sind – und damit auch für den Erfolg.
Das Bild „Kein Zutritt“ des Offenbacher Fotografen René Spalek ist Teil der Serie „Stadt, Land … Haus“, in deren Mittelpunkt Architektur und urbane Räume der Stadt Offenbach stehen. Die vorliegende Fotografie zeigt den Blick des Fotografen durch die rot gestrichene Einfahrt einer modernen Architektur in einen bepflanzten Raum. Hinweise darauf, ob es sich um ein Bürogebäude oder um ein Wohnhaus mit dem dahinter liegenden Garten handelt, gibt es nicht.

Die Spannung des Bildes entsteht dadurch, dass es einlädt zu erkunden, was hinter dem Gebäude liegt, aber gleichzeitig den Zutritt verweigert. Es offenbart zwar die Kirschen in Nachbars Garten, aber die bleiben unerreichbar. Denn was hinter dem Gebäude liegt, scheint nicht für die Augen des Betrachters gedacht zu sein. Die irritierende Unschärfe in der gestalterischen Mitte des Bildes macht zwar neugierig, weist aber gleichzeitig zurück. Und der Baum im Zentrum ragt wie ein Warnhinweis in die Höhe. All das sagt: Kein Zutritt.
Tatsächlich präsentiert die Fotografie aber das Mainufer der Hafeninsel in Offenbach. Der Main ist links unten neben dem Baum zu erkennen. Das Bild wirft also einen Blick vom öffentlichen Raum in einen weiteren öffentlichen Raum, aber eben über ein bebautes Privatgrundstück hinweg. Und so erzeugt Spalek das Gefühl, das Ufer sei für den Betrachter verloren, was durchaus als augenzwinkernde Kritik an der Bebauung und damit auch der teilweisen Privatisierung des Uferbereiches verstanden werden kann.

Aber das alles, weiß ein Nicht-Offenbacher natürlich nicht und so kann die Verwertung des Bildes Fragen aufwerfen, die im weitesten Sinne mit der so genannten Panoramafreiheit zusammenhängen. Entscheidend ist zuallererst, von wo aus fotografiert wurde. Wurde das Bild vom Gehweg aus aufgenommen oder stand der Fotograf bereits in der Einfahrt – also auf Privatgelände? Im zweiten Fall bräuchte der Fotograf eine Einverständnis-Erklärung (Property Release) des Eigentümers, der hier das Hausrecht hat.

Neben dem Hausrecht gilt es bei solchen Fotografien darauf zu achten, dass die Privatsphäre nicht verletzt sein darf. In diesen Fällen geht der Persönlichkeitsschutz (Recht am eigenen Bildnis) vor, auch wenn sich der Fotograf während der Aufnahme auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen befindet. So ist zum Beispiel nicht erlaubt mit einer langen Brennweite durch ein Fenster, eine Hecke, einen Zaun – kurz jedes “Hindernis“, das einen privaten Raum begrenzt – in die Privatsphäre einzudringen. Hier endet die journalistische Mission des „Street-Photographers“ und der Paparazzi bekommt glücklicherweise ein Problem.

Doch neben dem Wo und dem Wie gibt es auch noch das Was – also die Dinge, die abgebildet sind. In diesem Fall ist das der Baum in der Mitte. Der kann als Sache fotografiert werden, solange keine anderen rechtlichen Schranken verletzt werden. Stände eine Person vor oder neben dem Baum, sähe es wieder ganz anders aus.
Tiere gelten übrigens nicht mehr als Sachen, allerdings wird auf sie nach § 90a BGB Sachrecht angewandt. Den Hund auf der Straße kann man abbilden, bei einer kommerziellen Nutzung kann das “ Herrchen“ – der Eigentümer – seine Zustimmung verweigern, es braucht also ein Property Release für den Hund.

Zusammengefasst stellt sich im vorliegenden Fall also eigentlich nur noch eine Frage: Wo stand Rene Spalek, als er das Bild aufnahm? Und das sei hiermit aufgelöst. Er fotografierte vom Gehweg aus.

Fotoserie > „Stadt, Land…Haus

Der Beitrag auf bildgerecht.de + hobeins.net


„ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT mit René Spalek“ von Thomas Hobein, Blog hobeins.net vom 03.2014

Es ist nur wenige Jahrzehnte her, dass Städteplaner und Architekten aus Offenbach am Main eine Stadt der Zukunft machen wollten. Entschlossen gingen sie zu Werk, ließen unter den Augen der Welt ihre Ideen Realität werden und scheiterten letztendlich doch. Heute ist bereits vieles, das an dieses Projekt erinnert, wieder aus dem Stadtbild verschwunden. Doch bevor der Rückbau begann hat sich der Fotograf René Spalek am Ende der achtziger Jahre intensiv mit der Architektur der Offenbacher Innenstadt beschäftigt. Betrachtet man heute die dabei entstandenen Fotografien, erhält man einen recht guten Eindruck davon, was Offenbach hätte werden können.

Über die Funktion der Kamera als Zeitmaschine wurde bereits viel nachgedacht und auch geschrieben. So sprach beispielsweise der französische Fotograf Lartigue davon, durch das Fotografieren der Zeit den Augenblick zu stehlen. Aber hier bietet sich dem Betrachter weit mehr als die Möglichkeit einen in der Vergangenheit festgehaltenen Moment zu erleben. Denn hier beinhaltet der Blick zurück zusätzlich das fragmentarische Bild einer einst möglichen Zukunft.

Jetzt mag der eine oder andere sagen, dieser „Effekt“ hat sich automatisch durch die Abfolge der Geschehnisse ergeben – also Realisierung der städteplanerischen Ideen, Erstellung der Fotografien, Rückbau der abgebildeten Objekte ­–, aber so einfach scheint es mir nicht zu sein. Natürlich wäre ohne die Historie diese spezielle Lesart der Bilder nicht möglich, aber der Schlüssel liegt in der Machart der Fotografien.

Und die basiert auf einem glücklichen Umstand: Denn als René die Bilder fotografierte, konnte er nicht wissen, dass viele der Objekte bereits dem Untergang geweiht waren. Ich bin auch sicher, dass er in anderem Fall andere Bilder hätte entstehen lassen. Bilder in denen sich das Drama um den bevorstehenden Rückbau angekündigt hätte.

So hat er beim Fotografieren keine Partei ergriffen, sondern nüchtern und formal streng dokumentiert, was er sah. Unterstrichen wird diese, zugegeben vermeintliche, Objektivität noch durch das inzwischen seltener werdende quadratische Bildformat der Schwarzweiß-Fotografien. Starke Kontraste und klare Linien betonen die Ernsthaftigkeit des fotografischen Anliegens. Und wahrscheinlich macht die Abwesenheit von Farben, die ja immer stark dem jeweiligen Zeitgeist unterworfen sind, die Zeitsprünge beim Betrachten erst möglich, da so nur wenig Hinweise auf den Zeitraum der Entstehung gegeben werden.

Unter dem Titel „Offenbach Places“ wurde die beschriebene Serie von René Spalek 2012 als Buch veröffentlicht und ist erhältlich als blurb e-book.
Momentan ist eine Ausstellung der Serie „Offenbach Places“ im Rahmen des Projekts „Die Wohnung“ für das Frühjahr 2014 in Vorbereitung.

René Spalek lebt und arbeitet auch heute noch in Offenbach am Main. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Architektur- und People-Fotografie. Gerade ist seine aktuelle Serie “Stadt, Land…Haus” als Teil des Bildbandes “Offenbach Ansichten” erschienen. Und hier wirft er einen ganz anderen Blick auf Offenbach am Main.

Fotoserie > OFFENBACH_places

Artikel im > Blog

Infos zur Ausstellung > Werkbund.Jung

Die Fotoserie als Bildband bei > blurb-book bestellen


Offenbach ist hässlich? – Offenbach ist schön!,
TV-Beitrag über den Bildband „Offenbach Ansichten“ von Wero Lisakowski VIDEO • 13.02.2014

> YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=NWIjoGDJwXk

Fotoserie > Stadt, Land…Haus


„DIE WELT IST EIN GARTEN“ • Der Künstler und Fotograf René Spalek • Lothar R. Braun • 09.2013

Seit es in Offenbach die jährlich wiederkehrende Veranstaltung „Kunstansichten“ gibt, ist René Spalek daran mit Ausstellungen beteiligt.
2013 zum Beispiel trug sie den Titel „Stadt, Land … Haus“. Sie zeigte Arbeiten des mit Auszeichnungen verwöhnten Offenbacher Fotografen, die den Blick auf Architektur und urbane Räume lenkten. Immer gesehen mit den Augen eines Künstlers, immer zu erfahren als ein Effekt von Licht und Raum.

Der Offenbacher versteht es, statische Objekte lebendig erscheinen zu lassen. Die gestaltende Auseinandersetzung mit Menschen schließt das nicht aus.
Spalek hat die Träger grosser Namen aus Politik, Wissenschaft und Kultur porträtiert. In Frankfurter Banktürmen fotografierte er Vorstandsmitglieder für Geschäftsberichte. Die Europäische Zentralbank ist dabei nur eine unter anderen. Große Konzerne lockern mit seinen Fotos ihre Broschüren und Image-Kampagnen auf. Seine Bilder entstehen als Auftrag oder als freie Projekte. Aber immer sind sie das Ergebnis von Neugierde und Intuition. Spalek zählt zu den Kreativen, die erst ein Studium an der Hochschule für Gestaltung nach Offenbach führte, und die dann hier Anker warfen. Geboren ist er in Tschechien.
Er war noch ein Kind, als die Eltern über Wien nach Frankfurt emigrierten und ihn in der Obhut von Verwandten ließen. Jahrelang hielt der Eiserne Vorhang Eltern und Kind in Trennung. Als ihm die Ausreise gewährt wurde, war er zwölf.

Den Jungen schleuderte das in eine fremde Welt, deren Sprache er nicht verstand. Es habe ihn irritiert, erzählt er, dass die Eltern so stolz über ihre neue deutsche Heimat sprachen. Acht Jahre später hatte er das Abitur geschafft und sich an der Uni Frankfurt als Student der Kunstpädagogik eingeschrieben. Der zwanzigmonatige Zivildienst als Krankenwagenfahrer des Roten Kreuzes mehrte seine Lebenserfahrung. Durch einen Schüleraustausch mit den USA und ein Trimester in England kannte er auch schon etwas von der Welt weiter draussen. „New York ist seitdem eine meiner Traumstädte“, sagt er. Er wollte Maler werden, als er von der Frankfurter Uni an die HfG in Offenbach wechselte. Aber hier sammelte er auch erste Erfahrungen als freiberuflicher Foto-Designer.

Die Abschlussarbeit für das HfG-Diplom wurde dann 1994 schon mit der Kamera erstellt: Eine Kuba-Reportage, das Ergebnis eines mehrmonatigen Aufenthalts in Havanna. Sie machte in der Fachwelt auf den Offenbacher aufmerksam. Die ersten Auszeichnungen öffneten Türen. Spalek wurden Lehraufträge in Darmstadt angetragen. In Offenbach gründete er 2004 die „Eisfabrik“ an der Geleitsstrasse, ein Forum für Fotoausstellungen. Wie ist das geschehen, dass ein angehender Maler den Pinsel beiseite legt und zur Kamera greift? Spalek sagt es so: „Mich begann zu faszinieren, dass sich in der Fotografie mehrere Schnittstellen bündeln. Das trifft mein Interesse an den Faktoren Raum, Zeit und Atmosphäre.“

Spalek gehört nicht zu jenen Pressefotografen und Kamera-Leuten, die bei öffentlichen Anlässen durch Unruhe und respektloses Auftreten stören. Wenn er solche Kollegen beobachtet, befällt ihn Scham. „Meine Vorgehensweise,“ sagt er, „ist bewusst respektvoll. Manchmal wäre ich gern unsichtbar.“

Der Offenbacher Fotokünstler hält es für einen Trugschluss, die elektronische Technik könne aus jedem Knipser einen brauchbaren Fotografen machen, weil das fertige Bild ja doch erst auf dem Rechner entstehe. Er meint, das Bild müsse vor dem Auslösen im Kopf des Fotografen entstehen, nicht erst später am Rechner: „In dieser Hinsicht profitiere ich davon, dass ich noch aus der Zeit der analogen Fotografie stamme.“ Die Welt sieht dieser mittlerweile vielsprachige Offenbacher wie einen Garten, in dem Bilder gedeihen und geformt werden können. Offenbach könnte darin der Mittelpunkt sein, sei es auch nur deshalb, weil er hier mit Ehefrau Norma und zwei Söhnen lebt und liebt.

> Respekt OF


„Ein Foto ist noch lange kein Bild. Der Fotograf René Spalek“ Bericht von Katharina Skalli. Offenbach Post • 2011

Heller Backstein, überwuchert mit tiefgrünem Efeu. Die Kletterpflanze hat sich mitten in der Innenstadt Offenbachs ihren Weg über Mauer, Wand und Garagendach gesucht und sorgt für einen immergrünen Ausblick im Hinterhof der Geleitsstrasse 24. Hier hat René Spalek sein Fotostudio. „Eisfabrik“ heißt der Ort, an dem er arbeitet und für den er vor etwa 23 Jahren Frankfurt verlassen hat, um an der Hochschule für Gestaltung zu studieren. Bis heute ist er geblieben. Vor allem wegen der günstigen Mieten.

Tatsächlich wurde in dem kleinen Hinterhaus vor Jahrzehnten einmal Speiseeis hergestellt. Von dem Konditor und seinen süßen Rezepturen ist nichts mehr geblieben außer dem originellen Name, der alle Besucher Spalek’s erst einmal neugierig macht. Als der Fotograf in die Räume einzog, gab es einen kleinen Gasofen, eine nackte Leuchtstoffröhre und kaltes Wasser. Heute ist der Ort ein modernes Studio, in dem digitale Illusionen verewigt werden, Momente innehalten und von René Spalek eingefangen werden.

René Spalek teilt seine fotografischen Arbeiten in zwei Bereiche: Die Jobs, die Aufträge von großen und kleinen Kunden und seine freien, eigenen Arbeiten, die er so oft er kann präsentiert. Zu sehen sind sie beispielsweise bei den Offenbacher Kunstansichten. Aber René Spalek organisiert auch regelmäßig eigene Ausstellungen in seiner Eisfabrik. Hin und wieder lädt er dazu auch befreundete Kollegen ein. Das eine gebe es nicht ohne das andere, sagt er. Mit den Aufträgen, die zum Teil von Agenturen und Firmen aus der Bankenmetropole über den Main zu ihm kommen, finanziert er seine freien Bild-Reportagen und Serien. An der Wand im Treppenhaus des schmucken Backsteinhäuschens hängen einige seiner Werke. Schwarzgerahmt, hinter Glas. Eine Galerie im Hinterhaus. Ein aktuell großes Thema, das ihn über mehrere Jahre begleitet hat, ist der Ironman. Spalek hat mit seiner Kamera die Momente zwischen Lust und Leid eingefangen, die mit dem Ausnahmesport verbunden sind. Der letzte Atemstoß, bevor es in den eiskalten Langener Waldsee geht, das Bangen der Fans am Seeufer, das Festzurren der Badekappe, das Wasser, das mit dem Eintauchen der Sportlerarme immer wieder aufs Neue in die Höhe spritzt.

Der Fotograf mit Designer-Diplom der Offenbacher Hochschule für Gestaltung hat den gewissen Blick fürs Detail und für das große Ganze. „Fotografie ist Sehen lernen“, sagt der Vater von zwei Söhnen. Die Technik dahinter sei die Grundlage, aber nicht das Wichtigste. Interessanter sei das Motiv, die Geschichte, der Ausschnitt. So entdeckt er bei Streifzügen und Reisen das Besondere im Alltäglichen.

Spalek ist aber auch Visionär. Er entwickelt Bilder für eine Idee, eine Vision oder eine Aussage. Seine Fotos stehen für etwas, das vorher noch nicht als Bild zu sehen war. „Ich überleg mir Bilder, die erstmal nicht da sind“, fasst er es zusammen. Dass die Ergebnisse eine Aussage, eine Geschichte haben, ist ihm wichtig. Betrachtet man seine farbigen und schwarz-weißen Fotografien, begibt man sich auf einen Streifzug durch die Zeit.

Die aktuelle Entwicklung in der Branche beobachtet er kritisch. „Die Honorare sind gesunken“, sagt er. Die Konkurrenz durch Bilderdatenbanken im Internet und Laienfotografie sei größer als je zuvor. Doch er bleibt optimistisch: „Gute Fotografie setzt sich durch. Ein Foto kann jeder machen, aber ob es ein Bild ist, ist eine andere Frage.“

In seinem Offenbacher Studio fotografiert er immer seltener. Für die meisten Aufträge muss er raus, direkt vor Ort. Zum Kunden, in eine große Bank, in einen Konferenzsaal, eine Industriehalle oder in ein Einkaufszentrum. „Ich könnte nicht jeden Tag vor Pappe fotografieren“, sagt Spalek. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Architektur, People, Technologie und Reportage. Von einer Reise kommt er nie ohne neues Material für sein Portfolio. Für die besonders guten Motive läuft er abseits der Touristenwege, schaut in Gassen, die kaum besucht sind, und in Fensterscheiben, in denen auf den ersten Blick scheinbar nichts zu sehen ist. René Spalek sieht es doch und nimmt es mit nach Offenbach. „Es ist wichtig, intuitiv zu arbeiten und ein Gefühl für die Dinge vor der Linse zu bekommen“, sagt er.

Einige seiner aktuellen Lieblingsmotive hängen in seinem Studio, das alles beherbergt, was für ein professionelles Arbeiten nötig ist. Schwarze Wände, Verdunklungsvorhänge, verschiedene Kameras mit Spezialobjektiven, moderne Hard- und Software für die Bildbearbeitung, aber auch klassisches Lichtequipment. Die Umstellung von analoge auf digitale Fotografie hat auch ihn viel Geld gekostet. Zudem muss er für häufige Updates der komplexen Software sorgen und sein Wissen immer wieder auf den neusten Stand bringen. Teures Equipment, das erst einmal finanziert werden muss.


STADT AUS BETON • René Spalek fotografierte Offenbach vor 22 Jahren von Reinhold Gries • 28.12.2011

„Als ich mir Offenbach Ende der 80er Jahre als HfG-Student vornahm, war ich erst geschockt, dann begeistert“, bekennt René Spalek, „so ungeordnet und krass gegensätzlich das hier war, so zog es mich doch an. Auch das Zusammengewürfelte der Stadtlandschaft und die merkwürdigen Übergänge“.
Das beschäftigt den in der ehemaligen „Eisfabrik“ des Rudolf Delaidotti in der Geleitstrasse wirkenden Künstler, seitdem er auf eine ehemalige fotografische Arbeit gestossen ist. Mit seinen fotografischen Rundgängen durch Offenbach in den Jahren 1989/90, wollte er sich damals seine neue Stadt aneignen. „Ich wollte wissen, was dahinter steckt“, erinnert sich Spalek.

Sieben seiner grossformatigen Motive stellte er 1990 in der Hochschule für Gestaltung aus. Im Jahre 2011 wertete er das inzwischen digitalisierte Material weiter aus, erweiterte die Serie auf 41 Motive, um sie mit Pigmenttinten auf Büttenpapier zu drucken.
„Das könnte Offenbacher interessieren“, meint er.

Wie recht er hat: Schaut man sich die Serie an, so geben die Fotos selten klar den Zustand der Stadt vor 22 Jahren wieder. Man sieht auch, was sich seitdem verändert hat.

Beim Anblick der abenteuerlichen Betonkonstruktionen mit B-Ebene, Bus-Bahnhof, V-Trägern und kühn gespannten Fuflgängerbrücken über die Berliner fühlt man sich an Chlodwig Poths herrlich karikierten Spaziergang des Teufels mit dem lieben Gott erinnert, als der Teufel mitten im Offenbacher Betonlabyrinth den Allmächtigen fragt: „Lieber Gott, wie konntest du nur zulassen, dass so etwas gebaut wurde?“ Hübsch hässlich auch der bauliche Sperrriegel am OF-Center bzw. Hugenottenplatz. „Beton pur war das“, sagt Spalek zu der Situation, die inzwischen entschärft, aber nicht gelöst ist, „Utopia in der Innenstadt, unproportioniert aber autogerecht“.
Unbestechlich nahmen Spaleks Aufnahmen auch das Parkhaus Mittelseestrasse ins Visier, „ein gar nicht so schlechter Bau, der wie ein Fremdkörper wirkte, weil er am falschen Ort in der falschen Dimension dastand“. Unbeholfenheit und Ödnis eines Niemandslandes strahlen dagegen Parkbrachen am ehemaligen Massa-Haus aus oder die wie vernagelt wirkende Weihnachtsmarktbude am Hugenottenplatz.

Aber Spalek hat auch den Blick gehabt für das andere Offenbach, das selbst in Wohnblöcken am Ostbahnhof etwas Heimeliges ausstrahlt. Das machen die Rundbögen und auch die Birken und Grünflächen. Schaut man sich das wunderschöne Parkbad an, so wirkt das heute eher verbaut. Manche der damaligen Fresken auf Siedlungshäusern sind noch da, die schluchtartigen Toilettenabgänge an der Kaiserstrasse/ Ecke Frankfurter nicht mehr. Fragt sich, wo jetzt ganz persönliche Bedürfnisse erledigt werden“

Foto-Recherchen haben Spalek auch zwischen Wohnblöcke und Hochhäuser ins Lauterborn geführt, in vergitterte Volieren als Park- und Abstellräume, zum ungenutzten Pavillon mit schön gemauerten Backsteinpfeilern, zum Hauswand-Engel im Hugo-Eberhardt-Stil und zu putzigen Siedlerhäuschen. Auch zu Briefkastenlandschaften und Klingelleisten, an denen das darüber angebrachte Schild „WOHNEN“-Schild wie ein Treppenwitz wirkt. Spalek war und ist als Künstler von solchen Kontrasten fasziniert.
Seine Fotoserie von 1989/90 ist jedenfalls eine selten ehrliche Bestandsaufnahme Offenbachs mit all seinen Widersprüchen und Kontrasten. Im Vergleich zu heute sieht man auch deutlich, wie viel harmonischer das Stadtbild geworden ist.
Da kann in den letzten 20 Jahren nicht alles schief gelaufen sein.

Fotoserie > OFFENBACH_Places

Die Fotoserie als Bildband bei > blurb-book bestellen


DER WEG IN DIE STADT – René Spalek in Wiesbaden von Dr. Gislind Nabakowski / FAZ

Witz, Ernst, Tempo, Ruhe, Emotion und kühl kalkulierte Form sind Qualitäten der Stadtfotografien von René Spalek. Die Arbeiten . . . wurden mit so renommierten Preisen wie dem Deutschen Photopreis und dem BFF-Award ausgezeichnet. 1996 waren sie bei den „Rencontres de la Photographie in Arles“ ausgestellt . . .

. . . Ein großer Schwerpunkt der Fotos zeigt gigantische, technologische Bauformen aus ungewohnten Blickwinkeln. Ebenso kontinuierlich beobachtet der Fotograf Menschen in europäischen oder amerikanischen Metropolen. Egal ob in London, Lissabon, Rom, Berlin, Prag, Havanna oder New York, die Blicke der fotografierten Menschen signalisieren meist ein Bewusstsein für die stete Präsenz des Kameraauges. So ist die Stadt – metaphorisch gesagt – ein sich wandelnder Körper, durchdrungen von Technologie und hat, wie wir aus der Poesie wissen, Augen.

Doch definiert sich der Fotograf keinesfalls als Jäger von Sensationen, sondern als verantwortlicher Mitauslöser von Bildern, die darauf aus sind, Nähe zu erzeugen und Klischees zu vermeiden. Die Stadt wird zur vom Leben der Kinder eroberten Bühne: Welten und Stimmungen werden beschrieben, Bewegungen, Kontraste und Unterschiede im Detail, frei von Erstarrung, festgehalten. Der Fotograf grenzt seine Bilder jedoch formal auch gegen das Straßen- und Dokumentarfotografie-Genre ab. Auf einem der Fotos benutzen Kinder in Kuba eine sozialistische Skulptur für eine heitere Rutschpartie. Sie und die Jugendlichen nehmen sich von der Stadt, was sie brauchen. Sie prägen sie durch ihre Bedürfnisse mit.

Der auch bildästhetisch betonte, sehr starke Kontrast zwischen den vom Konsum getriebenen Jugendlichen, die als schwärmende Horde, in teure „Streetware“ gekleidet, gelangweilt durch Berliner U-Bahn-Stationen pirschen und Kubas dunkelhäutigen Heranwachsenden, die sich lachend und überdies leicht trunken vom Rum im Regen auf dem nassen Straßenasphalt hin und herwelzen, fixiert unterschiedliche kulturelle und soziale Lebensfelder, hier den verwahrlosten Überdruß, dort die Freude kleiner Fluchten.

Aus einer klug dosierten Mischung aus Intuition und Kalkül sind die „personal projects“ entstanden. Trotz Globalisierung werden unverwechselbare Momente des Unwiederholbaren aufgespürt, die noch nicht den Effekten einer weltweiten Kommerzialisierung gleichgesetzt sind.
Der oft malerischen Szenerie wird ebenso dank des Weitwinkelobjektivs – Raum gewährt, wie der Einengung des Blickfelds im gezielten Bildausschnitt. Die Technik kombiniert natürliches Licht flexibel mit künstlichem.
René Spalek gestaltet nicht selten mit den Menschen diese Bilder. Es geht letztendlich um Partizipation, die Überwindung von Barrieren, um das Faszinosium, die Stadt und ihr Leben als Bild zu begreifen. Hier blitzt im kleinen die Utopie des gemeinsamen Handelns auf, die auch die dargestellten Menschen als Bildproduzenten beteiligt . . .

www.galerie-lichtbild.de
zum Fotoprojekt


Laudatio von Günther Wagner • René Spalek • „METROPOLEN • personal projects“ Vernissage am 25.01.2002 • FOTOGALERIE LICHTBILD, Wiesbaden

. . . Im Augenblick liegt die Philosophie des fotografischen Bildes begründet. Im Augenblick der Aufnahme fließt Wirklichkeit als Gegenwart, Erinnerung und Zukunftsprojektion zusammen und verdichtet sich zu einem visuellen Dokument. So ist das einzig Wirkliche in einer Fotografie der Zeitpunkt der Aufnahme.
Wenn René Spalek zurückgekehrt von einer Reise, seine Fotografien betrachtet, taucht er nochmals duldsam in sie ein, lässt sich nochmals faszinieren, erkennt ihre Einmaligkeit, lässt sich erneut verführen um zurückzukehren, in die Welt seiner gesehenen Geschichten, und lässt sich erneut in ihnen treiben. Ist berührt, und würde am liebsten gleich wieder losziehen um zu Finden . . .

. . . Seit Beginn seiner fotografischen Arbeiten, sind freie künstlerische und berufliche Auftragsarbeit unbedingt miteinander verbunden. Es käme vor, daß er Eine – Seine Geschichte, erst später entdecken würde. Es ergibt sich durch Betrachtung seiner Fotos das Moment, innerer und äußerer Berührung, deren Intensität näher bestimmt wird durch das Motiv selbst jenes Moment einer sogartigen Verführung gleich der Gestus interessierter, ungebändigter Neugierde, gleichwohl zwingend, bilden Spannung und Voraussetzung, den eigenen, den fotografischen Blick ständig zu schulen. Dies sei der Ansatz, so ist René Spalek überzeugt, um vielfältigste und tieferliegende Geschichten – wie erdgeschichtliches aus Sedimentformationen – herauslesen zu können.
Durch sein Projekt „personal projects“ will er fotografisch davon erzählen und überzeugen. Wenn er sich Menschen zum (be-) greifen, ganz nah fühlt, spätestens dann, dann sind sie es wieder, die sein zentrales Arbeitsfeld, bestimmen. Dabei gilt seine Aufmerksamkeit, den zahlreichen sozialen und kulturellen Milieus der Menschen in ihren Ländern, in ihren Städten. Wie sie leben, arbeiten und spielen.

Es sind Formen der Alltagskultur, auch Äußerungen der Kreativität und Kompetenz der Menschen, die interessant genug, von René Spalek gesehen, abgebildet und in einer anderen Umgebung von ihm zusammengeführt, durch wiederum konzeptionell eigenständige Form, mit ihm, präsentiert zu werden. Hierbei entfaltet sich die Evidenz seiner Fotografie, gleichgültig ob fiktiv oder dokumentarisch, ganz von selbst. René Spalek erreicht sein Publikum durch fotografisch ansprechende und zeitgemäße Darstellungsformen. Sie bilden sein, nicht nur gestalterisches Tableau, sie ermöglichen ihm, sich frei und offen zu fühlen. Manchmal, und nur für den Bruchteil einer Sekunde.

Für ihn sei die Stadt eine Bühne. Er säße nicht still vor dieser Bühne und würde irgendwann auf den Auslöser seiner Kamera drücken, sondern er würde sich Menschen und Motiven aktiv annähern. Er würde Öffentlichkeit suchen, sich treiben und überraschen lassen. Und plötzlich – in Minisekunden – seien die Bilder da . . . Es interessieren ihn die Bilder von universellen Orten, gleichwohl interessiere ihn das Ursprüngliche. Es sei sie Erfahrung des (Be) – Greifens in den Städten, was ihn faszinieren würde. Dabei gäbe er den Menschen noch genügend Raum, sich selbst in ihrem urbanen Umfeld zu zeigen . . . Ich fotografiere selten aus der Entfernung. Ich zeige mich, dass ich da bin. Dabei entstehen auch Bilder die ich inszeniere, in denen ich mit den Menschen interagiere . . . Eine Art der Optimierung in meinem Sinne. Ich versuche mich nicht zu verstecken . . . So streift er durch Städte und findet, scheinbar geologisch, bricht er Bilder aus ihren Sedimenten der Realität, heraus, erneut entschlossen Anstrengung jeder Art – auf sich nehmend sich um noch so kleinste Spuren kümmernd – ahnt er, dass er seine Bilder sehen wird, dass es – seine Bilder sein werden.

Es sind Bilder, von denen er bereits im Augenblick ihrer Entstehung wusste, dass sie möglicher Weise auf ihn zu gekommen sind oder es sind Bilder die er ausgelöst hatte. Zitat: „Ich gehe hin um mein Bild zu bekommen“.
Die Bilder zeigen und erzählen von urbanem Leben, in Prag, Lissabon, London, New York oder in anderen europäischen und amerikanischen Metropolenstädten.
So wie er die Bilder zeigen würde so seien sie auch tatsächlich aufgenommen. Zitat: „Wie ich die Bilder zeige, sind sie so, wie ich sie erlebe.“

zum Fotoprojekt


GALERIE LICHTBILD, WIESBADEN „personal projects“ von René Spalek

Seit seinem Studium der Visuellen Kommunikation in Offenbach arbeitet er als freier Fotograf für Agenturen, Verlage und Industriekunden, wobei seine kommerzielle und seine freie künstlerische Arbeit sich gegenseitig befruchten und beeinflussen. René Spaleks Arbeiten wurden unter anderem bereits in Arles, beim Deutschen Photopreis sowie im Frankfurter Fotografie Forum ausgestellt, in private und öffentliche Sammlungen aufgenommen und mit dem Internationalen Preis für Jungen Bildjournalismus sowie dem BFF-Award ausgezeichnet. Spalek ist Mitglied der Agentur Bilderberg.

Seine von 1992 bis 2001 während privater und beruflicher Reisen entstandenen „Personal Projects“ setzen sich mit Menschen und urbanen Lebenswelten auseinander. „Es gibt Bilder, die auf mich zukommen und es gibt Bilder, die ich auslöse“, beschreibt er seinen fotografischen Prozess. Spaleks Bildsprache ist dabei narrativ, er arbeitet gezielt auf den Höhepunkt des Geschehens hin: „Das perfekte Bild ist der Höhepunkt auf einer Zeitachse. Diesen Moment vorauszusehen und zu entwickeln, ist Teil meiner Arbeit.“ In einer Mischung aus Intuition und Kalkül bringt René Spalek Komposition und Dramaturgie einer lebendigen Szenerie mit Bildausschnitt, Licht und Zeit auf den Punkt.

www.galerie-lichtbild.de
zum 
Fotoprojekt


René Spalek „personal projects“ Menschen- und Stadtbilder von Patrick Schwarz

Prag: Aus der Luke einer eisernen Spielzeugrakete lacht ein Kindergesicht, weiter unten baumeln Beine aus der Rakete, als wäre der Spielplatzkosmonaut mehrere Meter lang. Lissabon: In einem Tor des Großmarktes stehen zwei Männer in der Wintersonne, um ihre langen Schatten schlingt sich ein Wasserschlauch, wie eine Schlange oder eine strenge grafische Abstraktion. London: In einer U-Bahn Station eilen Passanten an beleuchteten Milchglasscheiben vorbei, ihre Silhouetten bilden ein urbanes Schattenspiel.
Witz und Ernst, Tempo und Ruhe, Emotion und kühl kalkulierte Form sind Pole zwischen denen sich die Menschen- und Stadtbilder von René Spalek bewegen. Die Ausstellung „personal projects“ zeigt rund 60 freie künstlerische Schwarzweißfotografien, in denen sich der Fotograf mit Menschen und urbanen Lebenswelten auseinandersetzt. Entstanden sind die Arbeiten in der Zeit von 1992 bis 2001, während privater und beruflicher Reisen in europäische und amerikanische Metropolen.

„Die Stadt ist für mich eine Bühne“, sagt Spalek. Er sitzt nicht still vor dieser Bühne und drückt irgendwann auf den Auslöser seiner Kamera, sondern er nähert sich Motiven und Menschen aktiv an. Konzentration und Genauigkeit gehören zu dieser Art von Annäherung ebenso wie Neugierde und Respekt. Egal ob in London, Lissabon, Rom, Berlin, Prag, Havanna oder New York – die Blicke und Gesichter auf den Fotografien sind sich der Anwesenheit des fotografischen Auges bewusst. Spalek gibt den Menschen Raum, sich selbst in ihrem urbanen Umfeld zu zeigen.

Dabei sucht er keine Sensation, sondern Nähe zu Menschen in ihren Lebenswelten. „Manchmal komme ich den Menschen mehr als zum Greifen nahe und habe direkten Kontakt zu meinem Gegenüber.“ Spalek’s Fotografien sprechen direkt an und erzählen einfache aber auch vielschichtige und tief gehende Geschichten. Diese Geschichten beschreiben Welten und Stimmungen, die so unterschiedlich sind, wie die Städte in denen sie gelebt werden. Der Kontrast zwischen Berliner Jugendlichen, die in Streetware gekleidet gelangweilt durch U-Bahnstationen ziehen und kubanischen Straßenkindern, die sich betrunken und lachend im Regen auf der Straße wälzen, macht das überdeutlich.

„Verschiedene Kulturen und Länder fordern verschiedene Stimmungen und Arbeitsweisen heraus.“ Dabei prägen die verschiedenen Städte auch unterschiedliche Bildästhetika. Die Motive aus Lissabon wirken zeitlos, weich und geradezu melancholisch auf den Betrachter. In London sucht und findet Spalek dagegen die zeitgemäße Ästhetik einer Stadt, von der seit Jahren die entscheidenden Impulse für Kommerz, Kultur, Kunst und Kommunikation ausgehen. In einer Zeit, in der die Globalisierung scheinbar so viel vereinheitlicht und ununterscheidbar macht, porträtiert Spalek in seinen Bildern den Charakter unverwechselbarer Kulturen und Identitäten.

Viele der Fotografien von René Spalek zeigen Szenen auf der Straße. Trotzdem grenzt er sein Werk vom Genre der Straßenfotografie oder der dokumentarischen Fotografie ab, indem er Szenen teilweise gemeinsam mit den Menschen auf seinen Bildern gestaltet. Er benutzt fast immer eine Kamera mit Weitwinkel-Optik und kombiniert oft natürliches Licht und Blitz. Diese Mittel erlauben es ihm, flexibel mit einer Situation oder einem Objekt umzugehen.

„Es gibt Bilder, die auf mich zukommen und es gibt Bilder, die ich auslöse“, beschreibt er sinnbildlich den Prozess von der Begegnung mit dem Motiv bis zum Foto. Die Bilder wollen nicht bloß ein Augenblick sein, der die Fotografie zum gelungenen Schnappschuss degradiert. Spalek’s Bildsprache und Erzählweise gleichen eher der Erzählung oder Novelle, in der der Autor mit allen Mitteln gezielt auf den Höhepunkt des Geschehens hinarbeitet: „Das perfekte Bild ist der Höhepunkt auf einer Zeitachse . Diesen Moment vorauszusehen und zu entwickeln ist Teil meiner Arbeit.“ In einer Mischung aus Intuition und Kalkül bringt René Spalek Komposition und Dramaturgie einer lebendigen Szenerie mit Bildausschnitt, Licht und Zeit auf den Punkt.
Wie ihm das gelingt, belegt nicht nur die Ausstellung „personal projects“, sondern das bestätigen auch verschiedene Preise und Auszeichnungen, darunter der deutsche Photopreis sowie ein BFF-Award.

Werdegang

René Spalek lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
Seit Beginn seiner Laufbahn als Fotograf befruchten und beeinflussen sich seine berufliche und seine freie künstlerische Arbeit gegenseitig. Spalek wurde 1964 in Tschechien geboren und wuchs in Frankfurt am Main auf. Er studierte Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main und arbeitet seitdem als freier Fotograf für renommierte Agenturen, Verlage und Industriekunden.

Seine Arbeiten sind mit dem Deutschen Photopreis und dem BFF-Award ausgezeichnet.
Spalek’s Fotografien wurden unter anderen bei den Rencontres de la Photographie in Arles, beim Internationalen Preis für Jungen Bildjournalismus und vom Frankfurter Fotografie Forum ausgestellt, sowie in öffentliche und private Sammlungen aufgenommen.
René Spalek ist Mitglied der Hamburger Fotografenagentur Bilderberg.

www.galerie-lichtbild.de
zum Fotoprojekt


„KINDERALLTAG ZWISCHEN PROPAGANDA UND STRASSE“ Fotoreportage von René Spalek „Deutscher Photopreis
1995″

. . . In einer Welt, die erforscht und durchfotografiert ist, scheint Fidel Castros Kuba noch einmal Augenblicke des Staunens und der Überraschung zu versprechen.
Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa bleibt der Inselstaat neben China und Nordvietnam – das letzte kommunistisch regierte Land. Über Jahrzehnte nach außen hermetisch abgeschottet und für Individualtouristen praktisch unzugänglich, beginnt sich Kuba zu öffnen. Ein Mythos darf besichtigt werden.

René Spalek zählt zu jenen Fotografen der jüngeren Generation, die diese Entwicklung als Chance und fotokünstlerische Herausforderung begreifen . . . Er realisiert binnen weniger Wochen eine umfangreiche Reportage über das karibische Land ,“abseits der stereotypen Karibik-Visuals“, wie er sagt.
Er suche keine Sensationen, beschreibt Spalek selbst seinen Ansatz, sondern wolle dem potentiellen Betrachter eine Situation so nah wie möglich bringen. Sich darauf einzulassen erfordere Konzentration, Präzision, Neugierde und sehr viel Respekt. „Manchmal bin ich greifbar nahe und habe einen offensichtlich direkten Kontakt mit meinem Gegenüber.“
Dabei bedient sich Spalek der klassischen Instrumente der traditionellen Reportage-Fotografie: Kleinbildkamera und Weitwinkel-Optik. Er kombiniert, nicht immer, aber oft genug, natürliches Licht und Blitz, fotografiert in Farbe und Schwarzweiß – „je nach Bildgegenstand und Darstellungsabsicht“.
Nichts spürt man von den organisatorischen und logistischen Schwierigkeiten, die seine Arbeit behindert haben. Spalek berichtet von umständlichen Genehmigungsverfahren, Transportproblemen, Misstrauen.

Sein Zyklus überzeugt durch präzise Beobachtung, eine moderne Bildsprache und eine Haltung, die Kargheit beschreibt, ohne den Menschen ihre Würde zu nehmen. Das Leben karibischer Kinder in Havanna habe er schildern wollen, erklärt René Spalek, „Kinder, die in einem von politischer und wirtschaftlicher Krise geschüttelten Land aufwachsen und sich notgedrungen mit den Widersprüchen und Zwängen arrangieren müssen.“

Fotoserie > Cuba